Zwei Tage lang Handy, Playstation, Netflix & Co
Eine so exzessive Medien-Nutzung würde sicherlich in der Öffentlichkeit und bei Eltern für massive Kritik sorgen. In diesem Fall war es aber durchaus gewünscht. Im Rahmen des Projekts „FAIRnetzen“ beschäftigten sich die neuen 5. Klässler zwei Tage lang intensiv mit dem Thema Mediennutzung und reflektierten auch ihr eigenes Medienverhalten. Dabei kamen sie gleich zu Beginn selbst zu der Erkenntnis: Weniger Medien ist mehr! Moderne Medien haben eine besondere „Wirkmacht“, sodass vor allem Kinder und Jugendliche in ihren Bann gezogen werden. Durch mediale Einflüsse werden die Jugendlichen leicht abgelenkt, sie verlieren das „reale“ Leben aus dem Blick und kindliche Neugierde und der Leichtsinn geht vor Vorsicht im Netz. In zahlreichen Rollenspielen und anschließenden Gesprächsrunden wurden Gefahren der digitalen Welt aufgezeigt und gemeinsam Leitsätze für einen sinnvollen Umgang mit Medien entwickelt. Mit teils erstaunlichem Detailwissen zu rechtlichen Regelungen bzgl. der Handynutzung konnten einige Kinder bereits aufwarten, für andere waren Begriffe wie Urheberrecht und Datenschutz neu. Es wurden aber besonders diese rechtlichen Hintergründe geklärt, sodass die Kinder einen sicheren Umgang mit den digitalen Medien beherrschen. Zum Schluss des Projekts haben die 5. Klässler einen ganz persönlichen Brief mit „SchutzApps“, also Regeln und Sicherheitsvorkehrungen, verfasst, die man im Umgang mit Medien und Internet beachten will. Im Sinne der Nachhaltigkeit werden diese Themen im Unterricht in der Medienkompetenz-Stunde wieder aufgegriffen. Spielerische Einheiten während des Projekts dienten unter anderem auch dazu, die Klassengemeinschaft zu stärken, so dass es am Ende hieß: „Wir gehen FAIR miteinander um – in der Klasse und im Netz!“
Seit einigen Jahren führen wir mit den 5. Klässlern das Projekt „FAIRnetzen“ durch. In dieser Jahrgangsstufe haben alle Kinder ein Smartphone. Sie nutzen dieses fast täglich, sei es zum Spielen, zum Vokabel lernen, zum Kommunizieren, zum Musik hören, usw. Sicherlich bieten die digitalen Medien vielerlei Vorteile und erleichtern durchaus den Alltag, dennoch lauern auch Gefahren und Risiken im Internet, derer sich insbesondere die Kinder oftmals nicht bewusst sind, da sie an die Nutzung dieser Medien meist eher unbedarft herangehen.
Das Medienkompetenztraining „FAIRnetzen“ ist ein Präventionsprogramm, das zum Ziel hat, den Kindern den verantwortungsvollen, selbstreflektierten und sichern Umgang mit den digitalen Medien zu vermitteln. In einzelnen Workshops, in Rollenspielen, mit spielerischen Elementen, Filmen, usw. werden die Schüler und Schülerinnen angeleitet, über ihr Medienverhalten nachzudenken. Es werden auch rechtliche Grundlagen und Regeln besprochen und auf Gefahren aufmerksam gemacht, sodass die Kinder bewusst mit digitalen Medien umgehen und sie vor Gefahren geschützt werden.
(Philipp-Rauscher/Zeitler, 2025)
