„Demokratie ist mehr als eine parlamentarische Regierungsform, sie ist eine Weltanschauung, die wurzelt in der Auffassung von der Würde, dem Wert und den unveräußerlichen Rechten eines jeden einzelnen Menschen.“
(Konrad Adenauer)
Auf Einladung des Bayerischen Landtages nahmen die 11. Klassen des Gymnasiums Freyung am bekannten Planspiel „Der Landtag sind wir“ teil, aber nicht wie sonst üblich an der eigenen Schule, sondern direkt im Maximilianeum, dem Landtagsgebäude in München.
Die Schülerinnen und Schüler bildeten verschiedene Fraktionen, drei unterschiedliche Ausschüsse und tagten im Plenum. Dabei übernahmen sie Aufgaben wie Fraktions- und Ausschussvorsitzende sowie die Rolle des Landtagspräsident.
Damit konnten sie die Entstehung eines Gesetzes, in diesem Fall eines Gesetzes zur Videoüberwachung, realitätsnah nachspielen.
Das Besondere war, dass all diese Schritte und Sitzungen in den Räumen stattfanden, in denen die echten Abgeordneten auch tagen. Der Höhepunkt war dabei die Abschlussdebatte und die Abstimmung über das erarbeitete „Gesetz“ im Plenarsaal des Landtages: Gesprochen wurde vom tatsächlichen Landtagsrednerpult aus und zugehört und abgestimmt wurde auf den echten Abgeordnetensitzen.
Nach der Veranstaltung nahmen sich die Abgeordneten Oskar Atzinger (AfD), Martin Behringer (FW) und Stefan Ebner (CSU) noch eine ganze Stunde Zeit, den Jugendlichen Rede und Antwort zu stehen, leider hatten eingeladene Abgeordnete der SPD und von Bündnis 90 / Die Grünen abgesagt.
Auf jeden Fall waren sich Lehrer und Schüler auf der Heimfahrt einig, dass Politikunterricht lehrreicher, anschaulicher und eindrucksvoller nicht sein kann und man von so einem Tag sehr viel profitiert, weil man die Demokratie besser versteht und sie wieder zu schätzen weiß.
Oben: Die Freyunger Gymnasiasten in Foyer des Maximilianeums (Foto: Schule)
Schüler der 11. Klasse des Gymnasiums Freyung schlüpfen in einem EU-Planspiel in die Rolle von Politikern
Wie schwierig politische Entscheidungen auf europäischer Ebene sein können, erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 11a beim Planspiel „What the Fake?! Digitalpolitik in der Europäischen Union“ der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit hautnah. Organisiert und durchgeführt wurde das Projekt von Politiklehrkraft Miriam Haidl.
Im Mittelpunkt des Planspiels stand eine hochaktuelle Frage: Wie soll die Europäische Union mit Fake News und Hate Speech im digitalen Raum umgehen? Wer trägt Verantwortung – die Plattformbetreiber, die Nutzerinnen und Nutzer oder der Staat?
Im Rahmen der Simulation schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rollen von Ministern und Staatssekretären verschiedener EU-Mitgliedstaaten und bildeten den Rat der Europäischen Union nach. Mit unterschiedlichen nationalen Interessen und politischen Positionen gingen sie in Verhandlungen. Nach kurzer Zeit agierten die Schüler wie waschechte Politiker. Sie diskutierten intensiv miteinander, suchten nach möglichen Unterstützern, warben für ihre Vorschläge und suchten nach mehrheitsfähigen Kompromissen. Dabei wurde schnell deutlich, dass es nicht so leicht ist, Lösungen zu finden, mit denen alle zufrieden sind. In der Plenarsitzung, die ebenfalls von drei Schülern, die das Generalsekretariat bildeten, geleitet wurde, kamen alle Länder zum Meinungsaustausch und Abstimmung zusammen. Am Ende gelang es den Jugendlichen sogar, einen eigenen neuen Gesetzesvorschlag zur Regulierung von Hate Speech und Fake News zu erarbeiten und somit eine gemeinsame Lösung für die Streitfrage zu finden.
Besonders wertvoll war für viele Teilnehmende die Erfahrung, politische Prozesse nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern selbst zu erleben. Mehrere Schülerinnen und Schüler betonten im Rückblick, dass sie durch das Planspiel erstmals wirklich verstanden hätten, wie die Europäische Union arbeitet. Zugleich wurde ihnen bewusst, wie anspruchsvoll es ist, in politischen Verhandlungen zahlreiche unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Für die Elftklässler war das Projekt deshalb weit mehr als Politikunterricht: Es war ein praxisnaher Einblick in die europäische Politik und ein Beispiel dafür, wie spannend politische Bildung sein kann.
Im Rahmen des Wirtschaft- und Rechtsunterrichts unternahm die Klasse 8a des WWG am Mittwoch, den 26. März 2025, eine Exkursion zum Amtsgericht Freyung. Begleitet wurde die Gruppe von ihrer Lehrkraft Eva Bauer. Ziel des Besuchs war es, die theoretischen Kenntnisse, die die Schülerinnen und Schüler bereits im Unterricht über das Strafrecht erlernt hatten, mit der Praxis einer echten Gerichtsverhandlung zu verbinden.
An diesem Tag standen insgesamt vier kleinere Verhandlungen vor einem Einzelrichter auf dem Programm. Die Fälle behandelten verschiedene Straftaten, darunter Urkundenfälschung, Beleidigung und Kennzeichenmissbrauch. So erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die vielfältige und oft komplexe Welt des Strafrechts.
Nachdem die Gruppe die Sicherheitskontrolle passiert hatte, führte der Weg in den Gerichtssaal, der überraschend klein und funktional eingerichtet war. Trotz seiner eher kompakten Größe bot der Raum eine authentische Atmosphäre, die die Schülerinnen und Schüler sofort in den Bann zog.
Einige Aspekte der Gerichtsverhandlung überraschten die Schülerinnen und Schüler: Das Verhältnis zwischen dem Richter und dem Staatsanwalt war deutlich lockerer, als sie es sich vorgestellt hatten. Auch die Dauer der einzelnen Verhandlungen war für viele unerwartet kurz – manche dauerten nur wenige Minuten. Diese Erfahrungen gaben den Jugendlichen eine realistischere Vorstellung davon, wie der Ablauf in der Praxis tatsächlich aussieht, und verdeutlichten, dass nicht jeder Fall stundenlang dauert.
Besonders spannend war die Gelegenheit, nach der ersten Verhandlung dem Staatsanwalt Fragen zu stellen. Dieser nahm sich ausführlich Zeit, um die neugierigen Fragen der Jugendlichen zu beantworten und ihnen somit weitere Einblicke in die Praxis der Strafverfolgung zu geben.
Nach dem Verlassen des Gerichtsgebäudes wurden die einzelnen Verhandlungen noch einmal gemeinsam besprochen und diskutiert. Der Ausflug hinterließ bei allen einen bleibenden Eindruck, und viele äußerten den Wunsch, das Amtsgericht bei Gelegenheit noch einmal zu besuchen, um weitere Einblicke in die spannende Welt des Strafrechts zu gewinnen.
Dieser praxisorientierte Besuch war eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht und half den Schülerinnen und Schülern, ein besseres Verständnis für die Funktionsweise des Rechtssystems zu entwickeln. Wir danken dem Amtsgericht Freyung herzlich dafür, dass es den Schülerinnen und Schülern diese einzigartige Lernerfahrung ermöglicht hat.
Im Rahmen des Programms Lernort Landtag besuchten 31 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Gymnasiums Freyung auf Einladung des Landtagsamtes den Bayerischen Landtag in München.
Das vielfältige Programm startete mit einer theoretischen Einführung in die Arbeit des Parlaments.
Anschließend konnte von der Besuchertribüne eine durchaus hitzige Debatte verfolgt werden.
Schließlich nahmen sich je ein Vertreter aller im Landtag vertretenen Parteien aus unserer engeren Region eine ganze Stunde Zeit, die Fragen der jungen Leute zu beantworten und sich ihre Anliegen anzuhören.
Die 11. Klassen des Gymnasiums Freyung haben sich in einem Projekt unter der Leitung von Studienrätin Carina Rendchen auf vielfältige Weise mit dem „Schicksalstag der Deutschen“ beschäftigt und für ihre Mitschüler eine Ausstellung in der Aula der Schule erstellt. Am 9. November 1918 wurde durch Philipp Scheidemann erstmals in Deutschland eine Republik ausgerufen und zwar im Sinne einer Parlamentarischen Republik, wie wir sie heute haben. Dazu ist in der Ausstellung eine Informationsplakat zu sehen. Am 9. November 1923 fand in München der „Hitlerputsch“ statt, bei dem Adolf Hitler erstmals nach der Macht griff und einen „Marsch auf Berlin“ plante, damit zwar scheiterte, aber durch den folgenden Prozess reichsweite Bekanntheit erlangte.
Die Nacht vom 9. November 1938 ist als Reichspogromnacht berüchtigt, hier gingen die Nationalsozialisten erstmal gezielt und im großen Stil gewaltsam gegen die Juden vor. Damit setzten sich die Elftklässler in Form eines Kunstwerkes auseinander. Schließlich ist der 9. November 1989 der Tag des Mauerfalls und gilt damit als einer der glücklichsten Tage der deutschen Geschichte. Hierzu wurden Mauersteine gestaltet, die auf der Rückseite geschichtliche Informationen zur Berliner Mauer enthalten und damit die Mitschüler darüber informieren.
Acht Zwölftklässler des Gymnasiums Freyung, die einen besonderen Kurs im Bereich Sozialkunde gewählt haben, beschäftigten sich kurz im Unterricht und dann intensiver im Freyunger Europahaus mit dem tschechischen Schriftsteller, Dissidenten und Staatspräsidenten Vaclav Havel. Der heutigen Schülergeneration war Havel zuvor unbekannt, was zeigt, wie notwendig es war, diese wichtige Persönlichkeit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit einer Ausstellung wieder in Erinnerung zu rufen. Besonders beeindruckend waren Havels hellsichtige Aussagen zum Umgang mit Russland, aber auch seine frühe Erkenntnis, wie wichtig Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind.
In einer Zeit, in der die Demokratie von vielen Seiten gefährdet ist, hat die politische Bildung eine besonders wichtige Aufgabe. Dieser Tatsache trägt der Freistaat Bayern Rechnung und stärkt im neuen neunjährigen Gymnasium die politische Bildung deutlich.
Wir am Gymnasium Freyung bemühen uns seit Jahren und Jahrzehnten, unseren Schülern die Grundlagen mitzugeben, sachkompetente und mündige Staatsbürger zu werden, die bereit und fähig zur Partizipation in unserer Gesellschaft sind.
Feinden der Demokratie, Fake News, Echokammern im realen Leben und dem Internet und überbordender Informationsflut von oft fragwürdiger Qualität versuchen wir durch einen Unterricht zu begegnen, der den Wert und die Funktionsweise unserer Staatsform vermittelt, der hilft, unsere Gesellschaft zu verstehen, der eine Medienkompetenz erreichen will, die nicht die Bedienung von Geräten und Computerprogrammen meint, sondern das Erkennen von Qualität und von Manipulationsversuchen in den Medien ermöglicht und der den Schülern durch Fahrten und Begegnungen die Demokratie auch praktisch nahe bringt.
Unser Programm für Aktivitäten außerhalb des normalen Unterrichts enthält:
10. Klassen EU-Projekttag (Mai) als fächerübergreifendes Projekt G/Sk „Bayerns Rolle in Europa“ mit Besuch eines Abgeordneten aus LT, BT oder EP (Besuch etwa zwei Schulstunden)
10. Klassen (im G8):
Staatsbürgerliche Bildungsfahrt nach Berlin mit Besuch des Bundestages
nicht regelmäßig, aber immer wieder bei günstiger Gelegenheit beteiligen wir uns an:
Angebote des Bundestages (Ausstellungen)
Juniorwahlen (teils über KJR)
Beteiligung an Vorbereitung von Podiumsdiskussionen des KJR zu Wahlen
Angebote des Jugendoffiziers (POL&IS, Vorträge zur Sicherheitspolitik)
Angebote der Landeszentrale für Politische Bildung (z.B. „Lernort Staatsregierung“)
Gruppe / Aktionen „Schule ohne Rassissmus“ (Frau Philipp-Rauscher)
Michael Köberl (2021)
Miriam Haidl
Michael Köberl
Markus Michel
Carina Rendchen
Michael Resch
Fabian Seibold
Christian Weishäupl
Dominik Wühr
