Seit fast 20 Jahren treffen sich Schülerinnen und Schüler des Freyunger Gymnasiums mit denen aus dem Gymnasium Prachatitz in Tschechien.
Die traditionelle Austauschmaßnahme erstreckt sich über zwei Schuljahre und heuer war für unsere 9a das Programm des zweiten Jahres dran. Dabei fahren die Jugendlichen, die sich aus dem Vorjahr schon recht gut kennen, gemeinsam einmal nach Krumau und einmal nach Passau.
In Passau wurden die Altstadt mittels einer hoch interessanten, aber gleichzeitig lustigen Führung durch den „Stadtfuchs“ erkundet. Besonders beeindruckend waren steinerne Kanonenkugeln in der Höllgasse von bis zu 120 Zentimetern Durchmesser, die Passauer Fürstbischöfe auf die aufständische eigene Stadt geschossen hatten.
Auch die Veste Oberhaus mit ihrer wechselvollen Geschichte und dem herrlichen Ausblick auf die Dreiflüssestadt durfte auf dem Programm nicht fehlen. Ermöglicht wurden diese Veranstaltung durch Förderungen durch das Programm INTERREG Bayern – Tschechien der Euregio und das Landratsamts Freyung-Grafenau.
Foto (Schule): Die tschechischen und bayerischen Schüler auf dem Oberhaus
Bereits zum dritten Mal trafen sich Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der Gymnasien Freyung und Prachatitz. Ziel der gemeinsamen Busfahrt war diesmal die UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt Krumau.
Nach einem „Kennenlern-Bingo“ zum Auffrischen der bereits vorhandenen Beziehungen der Teilnehmer im Schlosspark wurde das Schloss unter der sachkundigen Leitung des Prachatitzer Deutsch- und Geschichtslehrer Tomas Soumar das Schloss Krumau besichtigt. Dabei erfuhren die Jugendlichen, dass sich in den prächtigen Bauten der Schlossanlage in früheren Zeiten durchaus auch gruselige Dinge abspielten. So lebte hier die sogenannte „Vampirfürstin“ Eleonore von Schwarzenberg, die wohl von ihren Zeitgenossen wirklich grundlos gefürchtet war. Wirklich gefährlich dagegen war der Burgherr Don Julius d`Austria, der tobsüchtig seine Geliebte, die Tochter des Baders von Krumau, bestialisch ermordete.
Das heutige Krumau erkundeten die Schüler anschließend mit Arbeitsaufträgen in gemischtnationalen Gruppen, ehe sie die wohlverdiente Freizeit in der Altstadt und auf dem Weihnachtsmarkt verbringen durften.
Ermöglicht wurde diese Veranstaltung durch eine Förderung durch das Programm INTERREG Bayern–Tschechien der Euregio und das Landratsamts Freyung-Grafenau.
Gelungener Schüleraustausch am Gymnasium Freyung
Vor kurzem fand am Gymnasium Freyung ein viertägiges Austauschprogramm mit zehn Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Prachatice (Tschechien) jeweils aus den 11. Klassen statt. Gemeinsam erlebten die Jugendlichen beider Gymnasien viele tolle Aktivitäten und erlernten neues Wissen über die Geologie im Landkreis Freyung- Grafenau.
Am Montagnachmittag ging es los. Die Gäste aus Prachatice wurden herzlich vom Schulleiter Herrn Weishäupl und fünf Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Freyung begrüßt. Anschließend wurden Spiele wie Tischtennis, Billard oder Kicker in den "Frey-Räumen" gespielt. Auch der kulturelle Austausch kam nicht zu kurz. Besonders beliebt waren die tschechischen Gebäckstücke, die von einer Großmutter gebacken wurden. Darauf folgte eine Schulhausführung, bei der unter anderem der Musiksaal und der Werkraum gezeigt wurden. Im Werkraum bekamen die Gäste einen kleinen Einblick in das Wahlfach „Flugmodellbau“, welches anschaulich von Herrn Häuslmeier vorgestellt wurde. Der erste Abend klang gemütlich mit einer Runde "Uno" in der Volksmusikakademie aus, die Kommunikation erfolgte dabei meist auf Englisch.
Dienstags stand eine etwa dreistündige Wanderung durch die Buchberger Leite an. Hier lernten die Schüler, aus welchen Mineralien Granit besteht und in welch geologisch fantastischen Lage sich die Buchberger Leite befindet. Es wurden Wasserproben aus dem Saußbach und dem Reschbach entnommen. Außerdem wurde über die verschiedenen Arten von Graniten und Gneisen und die Einzigartigkeit der Buchberger Leite informiert. Abends gab es im Gymnasium Freyung einen Escape Room, den die Freyunger Gymnasiasten vorbereitet hatten. Unsere Austauschpartner lösten diesen mit Bravour und so konnte noch eine Runde Verstecken im dunklen Schulhaus gespielt werden, bei dem zwei Mädchen aus Tschechien gewannen.
Am Mittwoch waren die Gäste mit uns zusammen im Unterricht. Dabei lernten sie weitere Schüler der elften Jahrgangsstufe und für sie neue Fächer wie Latein kennen. Am Nachmittag wurden die Wasserproben vom Vortag ausgewertet. Zusammen fanden die Jugendlichen heraus, wie man durch Titration die Wasserhärte bestimmt und umrechnet. Die in den Gruppen ermittelten Werte wurden zusammengetragen und mit den Gesteinspräparaten des Gymnasiums Prachatice ausgewertet, dies war ein spannender Ausflug in die Geochemie.
Am letzten Tag wurde der Nationalpark Bayrischer Wald besucht. Nach einem kurzen Besuch im Hans-Eisemann-Haus ging es auch schon mit dem Bus in Richtung Lusen. Die rund zweistündige Wanderung führte übers Teufelsloch, zur Glasarche und dann über die Himmelsleiter auf den Gipfel. Nach der anstrengenden Wanderung gaben es leckeres Essen im Lusenschutzhaus. Dort lernten die Gäste traditionelles bayerisches Essen kennen. Anschließend ging es über den Winterwanderweg zurück nach unten und nach einer kurzen Busfahrt waren die Jugendlichen auch schon am Tierfreigelände angekommen. Dort wurden in einer kleinen Runde ein paar Tiere beobachtet, bevor es mit dem Bus zurück nach Freyung ging.
Den Abschluss des gelungenen Austauschs bildete ein gemeinsamer Spieleabend in der Volksmusikakademie. Dabei ließ man die Woche Revue passieren und blickte voller Vorfreude auf das Wiedersehen im Mai, welches dann in Prachatice stattfinden wird.
Eva-Maria Kaspar
Im Herbst 2023 besuchten uns mehrere Schüler des Gymnasiums Prachatice mit ihren Lehrern Petra Vesela und Matouse Krivacka, um mit uns den Bayerischen Wald zu erkunden und sowohl geologische als auch chemische Projekte durchzuführen.
Um unsere Freunde wiederzusehen und ihre Schule und ihre Heimat kennenzulernen, brachen wir, sechs Schülerinnen und Schüler, zusammen mit Frau Angermeier auf nach Prachatice. Dort wurden wir von der Direktorin Jana Dejmkova herzlich willkommen geheißen und besuchten anschließend mit unseren Austauschpartner den Deutschunterricht. Es war für uns sehr interessant zu sehen, wie in Tschechien Deutsch gelernt wird. Wir wurden gleich in den Unterricht miteinbezogen und sprachen mit den Schülerinnen und Schülern zum Thema Freundschaft. Danach durften wir in der Aula ein englisches Theater ansehen, da eine Theatergruppe aus Prag am Gymnasium zu Gast war, die das Stück „The Great Fire of London“ aufführte. Nach einem leckeren Essen in der Schulkantine erkundeten wir mit unseren tschechischen Freunden die Stadt, wobei uns die wunderschönen Gebäude rund um den Stadtplatz sehr beeindruckten. Am Abend stand ein Lagerfeuer mit Grillen von typisch tschechischen Speckwürsteln auf dem Programm. Leider hatte der Wettergott kein Einsehen mit uns und schon nach kurzer Zeit setzte ein Starkregen ein, sodass wir unsere Würstel in unserer Unterkunft fertig braten mussten.
Am Dienstag brachen wir schon am frühen Morgen auf. Zuerst ging es zu Fuß zum Busbahnhof und von dort per Bus zum ca. 10 km entfernten Ort Husinec, dem Geburtsort des tschechischen Reformators Jan Hus. Von dort wanderten wir am malerischen Fluss Blanice entlang Richtung Prachatice. Begleitet wurden wir von zwei Hunden, die von Lucians Fleischpflanzerl magisch angezogen wurden. Wahrscheinlich wären sie uns bis Prachatice gefolgt, aber nach einem Anruf beim Besitzer wurden sie auf halber Strecke abgeholt. Nachdem wir den Fluss auf einer wackligen Brücke überquert hatten, ging es über die Berge zurück nach Prachatice. Der Nachmittag stand zu unserer freien Verfügung. Auf dem Stadtplatz von Prachatice war ein Fest, das jedes Jahr am Tag der Befreiung durch die Amerikaner am Ende des 2. Weltkrieges stattfindet. Eine ganze Kolonie von ehemaligen amerikanischen Militärfahrzeugen fährt an diesem Tag die Strecke ab, die die amerikanischen Befreier vor fast 80 Jahren zurücklegten und machen in den Städten halt. Es wurden Reden gehalten und eine Big Band sorgte für den passenden musikalischen Rahmen. Am Abend stand ein weiteres Highlight auf dem Programm. Wir trafen uns mit unseren tschechischen Freunden in einer Bowlingbar, in der wir feststellen mussten, dass Bowlen gar nicht so einfach ist. Wir verbrachten einen vergnüglichen Abend mit interessanten Gesprächen und guten Pizzen.
Am Mittwoch trafen wir uns noch mal in der Schule. Das war besonders für unsere Austauschpartner bitter, da sie an diesem Tag normalerweise schulfrei gehabt hätten. Im Labor wurden die am Tag zuvor genommenen Wasserproben in gemischtnationalen Gruppen untersucht und die Ergebnisse mit den Proben, die bei uns in Freyung im Herbst untersucht wurden, verglichen. Das Schöne daran war, dass die Schülerinnen und Schüler dabei intensiv zusammenarbeiteten und sich in englischer Sprache unterhielten. Danach gingen wir ins Stadtmuseum, das interessante Einblicke in die Geschichte der Stadt Prachatice bietet. Dabei wurde auch die Verbindung nach Deutschland sichtbar, da sich ein Teil des Museums der Geschichte und Vertreibung der deutschen Bevölkerung widmet. Im Anschluss genossen wir ein sehr leckeres Mittagessen in einem Restaurant direkt am Stadtplatz. Nach einer Reflexion der vergangenen Tage und einem Besuch in einem Café war leider schon die Zeit gekommen, um Abschied zu nehmen. Wir bedankten uns herzlich bei Frau Vesela dafür, dass sie uns eine so schöne Zeit in Prachatice ermöglicht hatte. Wir hoffen, dass die Verbindung bestehen bleibt und auch nachfolgende Klassen die Möglichkeit haben, unser Nachbarland besser kennenzulernen.
Nicole Angermeier
Gymnasiasten aus Freyung und Prachatitz wandern am ehemaligen Eisernen Vorhang
Nach einer coronabedingten Pause nahmen die Gymnasien Freyung und Prachatitz (CZ) ihre seit fast 20 Jahren stattfindenden gemeinsamen Aktionen wieder auf. Jeweils eine 10. Klasse beider Schulen wanderte gemeinsam auf tschechischer Seite von Strazny nach Haidmühle. Thematisch im Vordergrund stand der ehemalige Eiserne Vorhang, an dem entlang man 12 Kilometer ging und zwischendurch an Ort und Stelle interessante, aber auch bedrückende Informationen erhielt. Inmitten der wunderbaren Landschaft des Nationalparks Sumava lernten sich die Schüler aus Bayern und Tschechien bei einem Spiel namens “Sprachbingo” zunächst kennen und erhielten auch einen kleinen Einblick in die jeweils andere Sprache. Danach erfuhren sie an verschiedenen Stationen viel über die historische Bedeutung der einzelnen Abschnitte auf ihrem Weg.
So erarbeiteten sie in gemischtnationalen Gruppen das Schiksal des Dorfes Unter Zassau, dessen 171 Bewohner vertrieben wurden und das dann innerhalb von 10 Jahren dem Erdboden gleich gemacht wurde, da es im Sperrgebiet an der Grenze lag. Bei Schnellnzipf berichtete der Prachatitzer Geschichtslehrer Tomas Soumar über die Flucht eines tschechoslowakischen Grenzsoldaten, der, obwohl schon auf deutscher Seite des Grenzbaches, von seinem Kollegen erschossen wurde.
Soumar erzählte auch die Geschichte von Josef Hasil, der in Tschechien sehr bekannt ist und als “König des Böhmerwaldes” bezeichnet wurde, weil er zwischen 1948 und 1950 so viele Menschen aus der Kommunistischen CSSR in die Freiheit schleuste, dabei allerdings seinen Bruder Bohumil verlor, der von Grenztruppen erschossen wurde. Nach dieser Wanderung zum Kennenlernen, sind weitere Aktionen beider Klassen schon fest geplant, etwa ein gemeinsamer Besuch der Stadt Passau.
