Klassengemeinschaft stärken

Ansprechpartner

Jennifer Zeitler (Schulpsychologin)

Ulrike Philipp-Rauscher (Beratungslehrkraft)


„Mit Respekt im Klassenchat“ – das Motto im Rahmen von „Gemeinsam Klasse sein“ und Medienkompetenz für die 5. Jahrgangsstufe

 

Im Kontext eines Projekttages von „Gemeinsam Klasse sein“ wurde in der Jahrgangsstufe 5 ein Schwerpunkt auf den verantwortungsvollen Umgang im Klassenchats gelegt. Dieses Thema hat in der 5. Klasse eine besondere Brisanz, da die meisten Kinder zum Übertritt ein Smartphone bekommen und es beginnt die Zeit der digitalen Kommunikation mit allen Vorteilen, Annehmlichkeiten, lustigen Effekten, aber auch allerlei Problemen oder gar Gefahren. Bei der ersten Nutzung von Messenger-Diensten entstehen bei den Kindern häufig Unsicherheiten im Umgang miteinander, etwa hinsichtlich respektvoller Sprache, angemessener Inhalte oder dem Umgang mit Konflikten. Auch wenn der Klassenchat ein privater Kommunikationsraum ist, so betrifft er doch das soziale Klima einer Klasse ganz unmittelbar. Aus diesem Grund wurde das Thema gezielt aufgegriffen und während eines Projekttages intensiv behandelt.

Zu Beginn schilderten die Schüler ihre eigenen Erfahrungen mit Klassenchats. In offenen Gesprächsrunden berichteten sie von positiven Erlebnissen, aber auch von Situationen, in denen Missverständnisse, Streit oder Ausgrenzung entstanden sind. Diese persönlichen Einblicke bildeten die Grundlage für die anschließende Erarbeitung gemeinsamer Regeln. Vertieft wurde die Thematik noch durch Tutorials, in denen eine Anwältin auch über die rechtlichen Konsequenzen und Folgen bei Verstößen im Netz aufklärte. Ein wichtiger Bestandteil war nämlich auch die Sensibilisierung für die Folgen des eigenen Handelns im digitalen Raum. Den Kindern wurde verdeutlicht, dass Worte verletzend sein können, dass geschriebene Nachrichten oft anders verstanden werden können als beabsichtigt und dass einmal versendete Inhalte schwer kontrollierbar sind. Ziel war es, ein Bewusstsein für Verantwortung und Empathie im digitalen Miteinander zu schaffen.

Im weiteren Verlauf entwickelten die Klassen gemeinsam verbindliche Klassenchat-Regeln. Dabei standen Aspekte wie Respekt, Höflichkeit, das Vermeiden von Beleidigungen sowie der bewusste Umgang mit Bildern und Nachrichten im Vordergrund. Die Schüler erarbeiteten konkrete Beispiele für angemessenes und unangemessenes Verhalten und diskutierten deren Auswirkungen.

Das Thema wurde im Rahmen der Medienkompetenz-Stunden nochmals aufgegriffen und vertieft. Durch wiederholte Reflexion und Gespräche soll eine nachhaltige Wirkung erzielt werden. Mittels kurzer fiktiver Klassenchats, die als Video gezeigt wurden, wurden besonders kritische Chatverläufe oder gar Ausgrenzung und beleidigendes Verhalten im Chat analysiert und besprochen. Die Kinder fühlten sich fast ertappt und meinten: „Dieser Chat könnte auch aus unserer Klasse sein“. Es wurde offen diskutiert und das Problemfeld klar angesprochen, sodass ein Bewusstsein für das „falsche Handeln“ im Chat erzeugt wurde. Abermals wurden in Gruppen Regeln erarbeitet, die mittels eines Plakats sichtbar im Klassenzimmer festgehalten wurden. Sie dienen seither als Orientierung für den Medien-Alltag und die Kommunikation im Klassenchat.

Insgesamt leistete der Projekttag in Verbindung mit den Medienkompetenz-Stunden einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des sozialen Miteinanders und hoffentlich zu einem respektvollen und verantwortungsvollen Austausch im Klassenchat. 

Ulrike Philipp-Rauscher (2026)


Gemeinsam Klasse sein!

Jedes Kind für sich ist klasse, jedes Kind hat eigene Begabungen und Interessen. Im Sozialgefüge einer Schulklasse gilt es aber, „Gemeinsam Klasse“ zu sein. Es handelt sich hierbei um ein erprobtes Konzept zur Mobbingprävention. Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Kinder in der 5. Klasse eine gute Klassengemeinschaft ausbilden, dass sie sich wohlfühlen in der Klasse und sie gerne zur Schule gehen. Mit Rollenspielen, Übungen und Gesprächen erlernen und erfahren die Schülerinnen und Schüler in der 5. Klasse, wie sie wertschätzend miteinander umgehen, wie man konfliktfrei kommuniziert, wie Konflikte im Vorfeld vermieden werden können. Dazu haben sich die Kinder jeweils ganz eigene Regeln erarbeitet, die für ihre Klasse zentral sind, um „Gemeinsam Klasse“ zu sein. Dieses von der Techniker Krankenkasse entwickelte Konzept bietet zudem einen Leitfaden gegen Cybermobbing. In unserer zunehmend mediatisierten Gesellschaft, ist es elementar, dass die Kinder und Jugendlichen auch Umgangsformen für die digitale Kommunikation erlernen.  Diese Thematik rückt in der 6. Jahrgangsstufe im Rahmen des Projekts ins Blickfeld, um Cybermobbing vorzubeugen.

 

(Philipp-Rauscher/Zeitler, 2025)


Was für ein Theater! - Der Weimarer Kultur-Express an unserer Schule

Auf und vor der Bühne thematisierten die Schauspielerinnen das Problem Mobbing (Foto: Zeitler)

Am 1. Oktober war der Weimarer Kultur-Express am Gymnasium Freyung zu Gast. Der Kultur-Express versucht in altersgerechten Gegenwartsstücken die Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern zu spiegeln und damit zur Diskussion anzuregen. Im Stück „Mobbing – wenn Ausgrenzung einsam macht“ wird eine Geschichte über die Entstehung und die Folgen von ständiger Ausgrenzung und Schikanierung erzählt. Nachdem die Schülerinnen und Schüler der 7. Und 8. Jahrgangsstufe schon in den letzten Jahren am Projekt „Gemeinsam Klasse Sein“ teilgenommen haben, konnten sie nun ihr Wissen über Mobbing weiter vertiefen. Im Anschluss an die Vorstellung wurde im Gespräch mit den zwei Darstellerinnen herausgearbeitet, was Anzeichen von Mobbing sind und was man selbst tun kann, wenn man solch einen Prozess erlebt oder mitbekommt, dass ein Mitschüler oder eine Mitschülerin unter Mobbing leidet.

 

(Philipp-Rauscher/Zeitler, 2025)

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