Am vergangenen Freitag war es endlich wieder so weit: Das Gymnasium Freyung nahm am bundesweiten Vorlesetag, eine Initiative von Die Zeit, der Stiftung Lesen und der Deutschen Bahn, teil und veranstaltete ein Lesefest unter dem Motto „Vorlesen spricht deine Sprache“. Die Schülerinnen und Schüler erlebten ein abwechslungsreiches Programm, das von den Deutschlehrerinnen Ulrike Philipp-Rauscher und Miriam Haidl mit viel Engagement organisiert wurde.
Schon beim Betreten des Schulhauses wurden die Gäste von liebevoll gestalteten Bücherkisten erwartet, die Frau Philipp-Rauscher gemeinsam mit ihrer Klasse vorbereitet hatte. Aus alten Schuhkartons zauberten die Schüler kreative Miniatur-Szenen aus ihren Lieblingsbüchern und die vielen Details luden zum Entdecken und Staunen ein.
Nach einer herzlichen Begrüßung des Schulleiters Christian Weishäupl, der die besondere Bedeutung des Vorlesens betonte, durften die vielen eifrigen Vorlesepaten ihre mitgebrachten Bücher den gespannten Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 7 vorstellen.
Passend zum Motto und zur Region las Karl-Heinz Reimeier aus seinen Werken „Wenn`s weihrazt“ vor. Mit den gesammelten Spukgeschichten aus dem Bayerischen Wald brachte er viel Spannung und etwas Gruselstimmung in die Klassenzimmer. Margit Poxleitner ergänzte das Programm mit Mundart-Dichtung und zeigte, wie lebendig Dialektliteratur klingen kann. Veronika Tumova von Euregio schlug eine Brücke in das Nachbarland Tschechien mit dem Buch „Die Zeit der geheimen Wünsche“ der tschechischen Autorin Iva Procházková.
Einen sehr persönlichen Einblick gab Norbert Schimmelpfennig, der zusammen mit Christian Drexler die Caritas Werkstätten vertrat. Er präsentierte eigene literarische Texte und motivierte die Schüler dazu, selbst kreativ zu werden.
Das Team der Kreisbibliothek wählte eine humorvolle Geschichte mit dem lustigen Titel „An dem Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat“ aus, was den jüngeren Schülern besonders gut gefiel.
Für große Augen sorgte Albert Hoffmann, der Erfinder von Antolin, da fast alle Schüler sein Lesesystem kennen und gerne nutzen. Umso begeisterter waren die Klassen, ihn persönlich kennenzulernen. Mit „Foxlight“ und mitreißenden Erzählungen aus der Welt der griechischen Mythologie begeisterte er die Kinder.
Franz Brunner, der stellvertretende Landrat, las aus dem Roman „Briefe an die chinesische Vergangenheit“. Der Regionalmanager Stefan Schuster lud seine Zuhörerinnen und Zuhörer mit „Tintenherz“ in eine phantastische Welt ein und zeigte einmal mehr, wie magisch Sprache sein kann. Magie gab es auch bei Stadträtin Elisabeth Tesche, die gemeinsam mit den Schülern eine Lesereise zur „Krabat“ in die Mühle vom Koselbruch unternahm. Mit „Momo“ hatte die Elternbeirätin Monika Pittner einen weiteren Kinderbuchklassiker dabei und zeigte deutlich auf, wie kostbar Zeit ist. Dies stellten auch die 5.Klässler im Lesetandem mit Schülerinnen und Schülern der 11. Klasse fest. Die Älteren unterstützten die Jüngeren geduldig beim Lesen, erklärten schwierige Textstellen und waren begeistert von deren Offenheit. Gemeinsam lachten sie über lustige Passagen und vergasen stellenweise sogar die Zeit beim gemütlichen Lesen. Diese Erfahrung war sowohl für die kleinen als auch für die großen Schüler wohl eines der Highlights des Tages.
Große Wiedersehensfreude löste der ehemalige Deutschlehrer Wolfgang Fischer aus, der bereits im Lehrerzimmer herzlich empfangen wurde. Er las aus dem bewegenden Roman „Als die Welt uns gehörte“ und fesselte seine Zuhörerinnen und Zuhörer mit eindrucksvollen Passagen.
Die Aula wurde auch von der Buchhandlung Lang mit Büchern gefüllt, die wieder viele aktuelle Kinder – und Jugendbücher im Gepäck hatte. Viele Schüler nutzten die Gelegenheit in den Neuerscheinungen zu schmökern und Buchempfehlungen mit nach Hause zu nehmen.
Einen besonderen Auftrag hatten einige Schülerinnen und Schüler der 6.Klassen. Sie durften nämlich selbst als kleine Vorlesepaten an ihre ehemaligen Grundschulen zurückkehren und dort den Kindern aus ihren Lieblingsbüchern vorlesen. Sichtlich stolz freuten sie sich auf die Begegnung mit ihren früheren Lehrkräften und diese verantwortungsvolle Aufgabe.
Der bundesweite Vorlesetag am Gymnasium Freyung zeigte einmal mehr, dass Geschichten Menschen zusammenbringen und wie vielfältig Sprache insbesondere im Grenzgebiet des Bayerischen Waldes sein kann. (Miriam Haidl, 2025)
Wir bedanken uns nochmals herzlich bei allen Vorleserinnen und Vorlesern für ihr Engagement an unserer Schule!
Herr Franz Brunner: Stellvertretender Landrat
Frau Elisabeth Tesche: Stadträtin
Frau Veronika Tumova: Euregio
Frau Margit Poxleitner: Mundart Dichterin
Herr Christian Drexler, Herr Norbert Schimmelpfennig: Caritas Werkstätten Freyung
Herr Albert Hoffmann: Erfinder von Antolin
Herr Karl- Heinz Reimeier: Kreisheimatpfleger, Autor
Frau Monika Pittner: Elternbeirätin
Herr Wolfgang Fischer: Fachleiter Deutsch a.D.
Herr Stefan Schuster: Regionalmanager
Team der Kreisbibliothek
Lesetandems mit den 5. Klässlern
11a
Eiler, Nelly
Irlesberger, Lukas
Pircher, Anna
Sichmann, David
Sichmann, Emilia
Schubert, Franziska
Weichselsdorfer Amelie
11b
Eider, Emilie
Kloiber, Eva-Maria
Lenz, Tristan
Loos, Emma
Meisl, Lisa
Seidl, Julia
Stockinger, Leni
