Wie wirkt sich der exzessive Konsum von Drogen auf den Alltag aus? Wann ist der Punkt erreicht, an dem junge Menschen sich in eine stationäre Einrichtung begeben, um von ihrer Abhängigkeit befreit zu werden? All diese Fragen wurden den Schülern der 10. Klassen des Gymnasiums Freyung von Experten und von Betroffenen mit leidvoller Erfahrung beantwortet.
Ein Team der Fachklinik Schlehreut war bei den beiden 10. Klassen zu Besuch, um von ihrer Arbeit zu berichten. Geschäftsführer Andreas Meisinger stellte im Rahmen seines Einführungsvortrags mehrere Fragen an vier Jugendliche, die in der Einrichtung gerade ein Therapie-Programm absolvieren.
Eine der Jugendlichen berichtete davon, wie sie unter dem Einfluss der Droge ihren Freundeskreis nach und nach verlor bis sie schließlich nur noch mit Leuten zusammen war, deren Leben in gleicher Weise von den Rauschmitteln bestimmt wurde. Betroffene berichteten auch, wie sie ihre Sucht finanzierten, zum Beispiel, indem sie die eigene Mutter beklauten.
In vier kleineren Gruppen wurde das Thema weiter vertieft.
Teilnehmer der diesjährigen 10. Klasse empfehlen die Veranstaltung für die Zukunft weiter. Auch aus dem Team der Fachklinik war zu hören, dass sie gerne wieder kommen würden.
Johannes Christaller
Foto (Christaller): Eine von Sucht Betroffene im intensiven Gespräch mit einigen Gymnasiasten
Theaterstück „Online“ aufgeführt vom Weimarer Kultur-Express
Ein Geburtstagsgeschenk - damit beginnt das Theaterstück „Online“. Allerdings entwickelt sich dieses Geschenk, ein neues Smartphone, für ein junges Mädchen zur Droge in die Mediensucht. Das Stück thematisiert die Folgen der exzessiven Nutzung von digitalen Medien im Alltag von Jugendlichen. Die Kinder erlebten hautnah mit, wie die Hauptfigur auf der Bühne zunehmend in einen Sog gerät, sodass sie ohne ihr Handy scheinbar nicht mehr „leben“ kann. Im Verlauf der Handlung wird deutlich, dass diese Entwicklung extreme Auswirkungen hat. So vernachlässigt sie schulische Verpflichtungen und auch Aufgaben daheim im Haushalt geraten in den Hintergrund, da die Nutzung des Smartphones einen immer größeren Raum einnimmt. Durch das „Immer-Online-Sein“ verliert die Hauptfigur des Stücks das reale Leben aus dem Blick, und darüber hinaus verliert sie allmählich auch ihre beste Freundin.
Die Zuschauer – die Jahrgänge 6 und 7 – waren sehr angetan von dem Schauspiel, vor allem weil es sehr nah an der Lebenswirklichkeit der Schüler war. Die emotionalen Ausraster der Hauptfigur zeigten den Schülern, welche negativen Auswirkungen Mediensucht hat und wie sich Suchtverhalten äußern kann. Mit diesem Stück hat der Weimarer Kulturexpress nicht nur die Gefahren der Mediensucht beleuchtet, sondern den Schauspielern war es auch wichtig, das Thema mit den Jugendlichen zu besprechen. In einer Abschlussrunde traten sie in den Austausch mit den Schülern, sodass die Problematik „Mediensucht“ nochmals vertieft wurde.
Oben: Die negativen Auswirkungen von Mediensucht wurden in diesem Theaterstück thematisiert (Foto: Fred Widl)
Wölfe in freier Wildbahn sind ein relativ neues Phänomen. Es beschäftigt Menschen in ganz Deutschland, in den letzten Monaten auch sehr intensiv im Bayerischen Wald. Die einen sind begeistert, dass ein lange Zeit ausgestorbenes Tier wieder Bestandteil der heimischen Fauna ist, andere sehen das Raubtier mit Argwohn.
Kurz nach Ostern hatten die sechsten Klassen Gelegenheit, eine echte Expertin zu dem heißen Thema zu hören: Dr. Katrin Kunz, bei der Bezirksregierung zuständig für den Bereich Wildtiermanagement. Gleich mehrere Hände gingen hoch, als die Wolfsmanagerin fragte, wer draußen schon einmal einen Wolf gesehen hat. Frau Dr. Kunz beschrieb in ihrem Vortrag verschiedene Verhaltensweisen von Wölfen, um daran die Frage zu knüpfen, wie diese einzuschätzen sind. Normales Verhalten? Anlass zur Beobachtung? Gefährliches Verhalten? Nicht alle Fragen konnten in der Stunde ausführlich behandelt werden. Das Thema wird uns sicher weiter beschäftigen.
Am Gymnasium Freyung fand kurz vor Weihnachten 2025 ein besonderer Aktionstag für die beiden 10. Klassen statt: der „Tag des Handwerks“. Vier regionale Betriebe stellten dabei verschiedene Handwerksberufe vor – darunter z.B. Schreiner, Metallbauer, Kunststofftechnologe, Spengler und Heizungsbauer. Mit anschaulichen praktischen Übungen konnten die Schülerinnen und Schüler typische Tätigkeiten selbst ausprobieren und bekamen so einen realistischen Einblick in die Herausforderungen und Techniken der Berufe. Das Interesse der Jugendlichen war groß, viele stellten neugierige Fragen und probierten die Werkstücke und Materialien gerne aus. Wann darf man schon mal unter Anleitung ein Fenster montieren, den Plan einer Heizung erstellen oder die Produkte der Kunststoffindustrie unter die Lupe nehmen? Die Schule bedankte sich herzlich bei den Handwerkern, die sich trotz des vollen Terminkalenders vor Weihnachten Zeit nahmen, um ihr Handwerk und ihre Leidenschaft authentisch zu präsentieren. Diese Veranstaltung fand im Rahmen des Beruflichen Orientierung am Gymnasium statt, die sich von der 9. Klasse bis zum Abitur zieht.
„Cannabis – quo vadis?“ war der Titel eines Workshops, an dem die neunten Klassen am Gymnasium Freyung anlässlich des diesjährigen Präventionstages teilgenommen haben.
Dabei ging es einerseits um gesundheitliche Aspekte. So stellte sich angesichts der Auswirkungen von Cannabis auf die Gehirnentwicklung die Frage, bis zu welchem Alter ist das menschliche Gehirn ausgereift ist. Die Lösung erstaunte viele Schüler, denn die Gehirnentwicklung dauert bis zum 25. Lebensjahr. Referent Christopher Kessel vom Gesundheitsamt Freyung-Grafenau ging auf diese und weitere Problemfelder kompetent und überzeugend ein.
Andererseits ging es auch um rechtliche Gesichtspunkte. Vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres ist der Besitz und Konsum von Cannabis ganz verboten. Mit welchen rechtlichen Konsequenzen Minderjährige rechnen müssen, wenn sie beim Kiffen erwischt werden, war eines der weiteren Themen, die in der Runde diskutiert wurden.
Eine besondere Attraktion zeigte eine Folge von Rauschmittelkonsum, lockerte den Vortrag aber auch auf: Freiwillige bekamen eine Rauschbrille aufgesetzt und mussten im Raum ausgestreute Stifte aufsammeln und einen Parcours bewältigen.
